Mundgeruch? Daran könnt’s liegen

Wie eine Studie kürzlich erbracht hat, können an Mundgeruch auch die Gene schuld sein. Meist sind aber andere Faktoren ausschlaggebend, die nicht unbedingt im Mundraum verortet sind.

Wenn dauerhaft ein Geruch nach moderndem Kohl aus dem Mund strömt, kann eine genetisch bedingte Mutation dafür verantwortlich sein. Das haben Wissenschaftler der Universitätskliniken Freiburg und Nijmegen (NL) herausgefunden. Hintergrund: Im Mund entsteht beim Proteinabbau ein Gas namens Methanthiol, dem ein unangenehmer Geruch eigen ist. Üblicherweise wird es verstoffwechselt und dadurch „entschärft“. Dafür ist das Protein SLENBP1 zuständig.

Tritt in diesem aber eine gewisse genetische Mutation auf, bleiben Schwefelverbindungen in hoher Konzentration zurück. Über Blut und Lunge werden diese in den Atem aufgenommen, der infolgedessen unschön riecht. Das Gleiche gilt dann auch für die Körperausdünstungen, wie die deutsch-niederländische Forschergruppe in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ vermeldete.  

Da man gegen die Mutation nichts unternehmen kann, bleibt den Betroffenen einstweilen nur die kosmetische Kaschierung der Gerüche. Doch zuvor sollte die Ursache genau abgeklärt werden, raten Mediziner wie der Zahnarzt Dr. Maik Levold aus Berlin-Grunewald. „Dauerhafter Mundgeruch, in der Medizinersprache als Halitosis bezeichnet, ist nicht nur ein sozialer Makel. Er kann auch Anzeichen für behandlungsbedürftige Erkrankungen sein. Die Diagnose sollte prinzipiell im Mundraum beginnen, doch auch im weiteren Mund-Nasen-Rachen-Raum, in den Atemwegen oder im Verdauungstrakt kann sich die Ursache verbergen. Zudem kommen systemische Erkrankungen wie Diabetes als Auslöser in Betracht – und im schlimmsten Fall auch Tumoren“, gibt Dr. Levold einen Überblick.

Mundhygiene ist erster Ansatzpunkt
Wenn der Mundgeruch nicht verschwinden will, sollte zunächst die heimische Mundhygiene optimiert werden. Denn in den meisten Fällen sind Nahrungsreste und Zahnbeläge verantwortlich, genauer: Bakterien, die darin einen Nährboden finden. Zahnärzte und ihre Teams unterstützen beratend bei der Verbesserung der Zahnputztechnik und geben Tipps, was sonst noch getan werden kann. Auch professionelle Zahnreinigungen (Prophylaxe) wirken Mundgeruch entgegen, indem sie die hartnäckigen Zahnbeläge entfernen.

Die bakteriellen Geruchsbildungsprozesse können zusätzlich durch Karies oder entzündliche Erkrankungen wie Gingivitis (Zahnfleischentzündung) befördert werden. In solchen Fällen sollte die Optimierung der Mundhygiene mit einer Entzündungstherapie einhergehen.