Junge und ältere Menschen haben immer gesündere Zähne

Nicht nur, aber vor allem Kinder und Senioren erfreuen sich immer besserer Zahngesundheit. Neben fortgeschrittenen Behandlungsmethoden geht dieser Erfolg auf häufigere Kontrolluntersuchungen und konsequentere Mundhygiene zurück.

Es zahlt sich aus, sein Gebiss regelmäßig und systematisch zu pflegen sowie auch dann die Zahnarztpraxis aufzusuchen, wenn kein akuter Behandlungsbedarf besteht. In diesen beiden Faktoren liegen nämlich die Hauptgründe für die allgemein gestiegene Zahngesundheit in Deutschland, wie der Präsident der Zahnärztekammer MV Dietmar Oesterreich kürzlich beim Zahnärztetag hervorhob.

Und in der Tat sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Während 2005 noch jeder vierte Senior zwischen 65 und 74 Jahren keine eigenen Zähne mehr hatte, war es 2014 – dem Zeitpunkt der Datenerhebung zu den jetzt publizierten Ergebnissen – nur noch jeder achte. Heute ähnelt die Mundgesundheit der 75- bis 100-Jährigen jener, die die „jungen Senioren“ 2005 aufwiesen. Im Alter erschwert häufig eine Pflegesituation sowohl die heimische Mundhygiene als auch die regelmäßige Fahrt zum Zahnarzt.

Vier von fünf Kindern sind kariesfrei

Der Anteil der Zwölfjährigen mit einem kariesfreien Gebiss hat sich seit 1997 verdoppelt und liegt nun (bzw. 2014) bei 81 Prozent. Auch bei den jungen Erwachsenen gibt es Fortschritte: Von ihnen sind rund 30 Prozent weniger von Karies betroffen als 1997. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen sind keine signifikanten Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland mehr feststellbar.

Allerdings entscheidet die soziale Lage wesentlich über die Zahngesundheit mit: Je geringer das Einkommen und das Bildungsniveau, desto schlechter ist es um die Zahngesundheit bestellt. Oesterreich mahnte an, diesen Missstand mit systematischen Änderungen bei der Versorgung und Aufklärung verstärkt anzugehen.

„Die aktuellen Zahlen zur Zahngesundheit decken sich mit meinen Praxiserfahrungen“, resümiert Dr. Maik Levold, niedergelassener Zahnarzt in Berlin-Grunewald. „Immer mehr Menschen haben verinnerlicht, dass halbjährliche Kontrolluntersuchungen und disziplinierte Mundhygiene einen Riesenunterschied machen. Nicht vergessen werden sollte aber auch, dass die heutigen Technologien – etwa digitales Röntgen und Laserbehandlungen – für einen Quantensprung in Diagnostik und Therapie gesorgt haben. So können die Patienten bis ins hohe Alter mit ihren eigenen, gesunden Zähnen ‚kraftvoll zubeißen‘.“