Betablocker verbessern Implantat-Festigkeit

Die regelmäßige Einnahme von Arzneien kann Einfluss auf die Haltbarkeit von Implantaten haben. Kürzlich wurden zwei weitere Medikamentengruppen daraufhin getestet.

Wenn ein Implantat in den Kiefer eingebracht wird, verwächst es in den Folgemonaten mit dem umliegenden Knochengewebe – Osseointegration heißt dieser Vorgang. Er führt dazu, dass ein Implantat in der Regel so stabil und sicher wie eine natürliche Zahnwurzel ist. Es gibt jedoch einige mögliche Störfaktoren. So steht beispielsweise das Rauchen im Verdacht, die Osseointegration zu verlangsamen.

Auch Medikamente können Einfluss auf die Verankerung des Implantats im Kiefer haben – positive wie negative. Erfreuliche Nachrichten gibt es nun für die Implantatträger, die regelmäßig Betablocker einnehmen. Das üblicherweise gegen Bluthochdruck eingesetzte Mittel fördert laut einer neuen kanadischen Studie die Osseointegration. Nur 0,6 Prozent der 142 teilnehmenden Patienten, die Betablocker schluckten, vermeldeten einen Implantatverlust. Bei den restlichen 586 Patienten waren es 4 Prozent, die ein nicht plangemäß verwachsenes Implantat zu beklagen hatten. Dieses Ergebnis passt zu bereits länger vorliegenden Forschungsresultaten, denen zufolge Betablocker die Knochenbildung begünstigen.

Protonenpumpenhemmer hemmen auch Osseointegration

Ein gegenteiliges Resultat erbrachte eine parallel vom selben Forscherteam durchgeführte Studie, in deren Fokus Protonenpumpenhemmer standen. Diese Arzneien vermindern die Bildung von Magensäure und sind daher auch als „Magensäureblocker“ oder „Magenschutz“ bekannt. Sie verschaffen beispielsweise bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei Sodbrennen Linderung. Und sie hemmen leider auch den Knochenstoffwechsel, wie bereits bekannt war.

In der neuen Studie wurde nun festgestellt, dass sich das auch ungünstig auf die Osseointegration auswirkt: 6,8 Prozent jener 58 beobachteten implantologischen Patienten, die Protonenpumpenhemmer einnahmen, gingen eines Implantats verlustig – während es bei den 741 Vergleichspatienten 3,2 Prozent waren.