Mundtrockenheit kann auf Zahnerkrankungen zurückgehen

Wenn nicht genug Speichel produziert wird, ist das nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Wer darunter leidet, sollte seinen Zahnstatus überprüfen lassen.

Vorübergehende Mundtrockenheit kennen alle Menschen. Im kalten Halbjahr lässt trockene Heizungsluft, im Sommer die Hitze häufiger den Wunsch zu trinken aufkeimen. Auch wer häufig durch den Mund atmet oder sehr aufgeregt ist („Lampenfieber“), wird oft von Mundtrockenheit geplagt. Weiterhin trocknen Rauchen und Alkohol oder auch scharfe Nahrungsmittel den Mundraum aus.

Darüber hinaus gibt es aber eine chronische Mundtrockenheit, die unabhängig von den äußeren Umständen auftritt. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und umfassen unter anderen:

  • ein hohes Alter
  • Medikamente (Psychopharmaka, Chemotherapeutika, Schlaf-/Beruhigungs-/Schmerzmittel, Herz-/Hypertoniemedikamente, Antibiotika, Anticholinergika)
  • Speicheldrüsen-Erkrankungen (Entzündungen, mitunter durch Strahlentherapie bedingt, Tumoren, auch Verletzungen)
  • psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Diabetes
  • Mund-/Nasen-Rachen-Erkrankungen (chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung, Mundschleimhautentzündung, Hunter-Glossitis, Zungenbrennen)
  • Schädigungen des Nervensystems (durch OP, Verletzung, Tumoren, Bestrahlungen, Bakterien wie bei Botulismus)

Für die Betroffenen ist die ständige Mundtrockenheit nicht nur lästig. Sie steigert auch die Anfälligkeit für Infekte und führt oftmals zu Reizhusten, Schluckproblemen oder auch Entzündungen im Mundraum.

Zahnerkrankungen können durch Mundtrockenheit entstehen – und umgekehrt

Auch zahnmedizinisch spielt Mundtrockenheit eine Rolle. Denn zum einen erfüllt der Speichel wichtige Aufgaben: „Der Speichel reinigt permanent den Mundraum, transportiert Bakterien, Viren und Pilze ab und schützt damit die Zähne“, erläutert der Zahnarzt Dr. Maik Levold, der in Berlin-Grunewald praktiziert. „Wird nicht genug Speichel gebildet, steigt daher das Risiko von Zahnerkrankungen.“

Zum anderen kann die Ursache andauernder Mundtrockenheit auch in Zahnerkrankungen liegen. Denn Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis) oder des Zahnfleisches (Gingivitis) können auf die Mundschleimhaut übergreifen und so die Speichelproduktion hemmen. Mitunter leidet diese auch unter suboptimal sitzenden Zahnprothesen. Patienten mit ständig trockenem Mund – trotz ausreichender Flüssigkeitsaufnahme – tun daher gut daran, sich zahnärztlich untersuchen zu lassen.