Wie Videospiele und Zahngesundheit zusammenhängen

Eine aktuelle polnische Studie zeigt: Jugendliche, die mehr als drei Stunden pro Tag vor dem Bildschirm verbringen, weisen deutliche zahnmedizinische Defizite auf.

Wenn Kulturpessimisten auf die heutige Jugend blicken, sehen sie vor allem die Mediennutzung mit Sorge. Viele Teenies verbringen einen Großteil des Tages damit, auf einen Bildschirm zu starren. Das wirkt sich nicht nur kognitiv aus; so gibt es Hinweise darauf, dass die Konzentrationsfähigkeit wie auch die Kompetenz des logischen Denkens bei der „Smartphone-Generation“ nachlassen. Auch körperlich fordert es seinen Tribut, was sich unter anderem in grassierendem Übergewicht, unterentwickelten (grob-)motorischen Fertigkeiten und Haltungsproblemen äußert.

Ein weiteres Problemfeld haben nun Forscher der Universität Warschau beleuchtet: die Zahngesundheit. Die Wissenschaftler befragten dazu mehr als 1.600 Jugendliche im Alter von 18 Jahren nach ihrem Medienkonsum, ihren Essgewohnheiten und der Frequenz ihrer Zahnarztbesuche. Die so gewonnenen Angaben setzten sie in Beziehung zum jeweiligen Zahngesundheitsstatus, den sie per Untersuchung erhoben.

Sollten Zahnärzte Jugendliche nach dem PC-Nutzungsverhalten fragen?
Das Ergebnis der Studie: Jugendliche, die mehr als drei Stunden täglich am PC oder an einer Spielkonsole zubringen, gehen nicht nur signifikant seltener zum Zahnarzt. Sie haben auch häufiger Karies und Zahnfleischbluten als Gleichaltrige mit geringerem Medienkonsum. Mitverantwortlich dafür ist die Ernährung: Medienvielnutzer ernähren sich der Studie zufolge zahnschädlicher, nehmen also mehr säure- und/oder zuckerhaltige Speisen und Getränke zu sich.

Die polnischen Forscher empfehlen Zahnärzten deshalb, bei Anamnesegesprächen mit Jugendlichen immer auch die Computernutzung zu thematisieren. Darauf aufbauend könnten dann Präventionsprogramme durchgeführt werden.

„Unabhängig davon, welcher Zusammenhang genau zwischen Mediennutzung und Zahnstatus besteht: Jugendliche tun gut daran, ihre Mundgesundheit ernst zu nehmen, auch wenn in dem Alter vielleicht anderes Priorität hat“, erklärt der in Berlin-Grunewald praktizierende Zahnarzt Dr. Maik Levold. „Schließlich wollen sie nicht nur lange an ihren ‚zweiten‘ Zähnen Freude haben, sondern legen auch mehr Wert auf ein makellos weißes Lächeln als ihre Vorgängergenerationen.“