Zahnimplantate werden immer zuverlässiger

Eine Übersichtsstudie belegt: Die Erfolgsrate bei Implantationen ist seit den 1990er-Jahren deutlich gestiegen. Im Einzelfall hängt sie jedoch auch von der Erfahrung und Professionalität des Implantologen ab.

Zahnimplantate sind in der modernen Zahnmedizin längst etabliert. Allein in Deutschland werden mittlerweile jährlich mehr als eine Million der künstlichen Zahnwurzeln in Patientenkiefern verankert. „Die orale Implantologie ist gewissermaßen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Fortschritte in dieser Disziplin verliefen derart rasant, dass man heute leicht vergisst, wie jung sie noch ist. In den 1990er-Jahren hatte ein Implantat noch fast Experimentalcharakter, während heute – je nach Operateur – hervorragende Erfolgsraten erreicht werden“, blickt der erfahrene Implantologe und Zahnarzt Dr. Maik Levold aus Berlin-Grunewald zurück.

Diese rasante Entwicklung lässt sich auch an Zahlen ablesen, die in diesem Jahr im „Implantologie Journal“ veröffentlicht wurden. Für eine Übersichtsstudie nahm sich eine Forschergruppe verschiedene wissenschaftliche Arbeiten aus den letzten rund fünf Jahrzehnten vor. In den 1970er-Jahren ging noch etwa jedes zweite Implantat verloren. Um die Jahrtausendwende wurde von Erfolgsraten zwischen 71 und 97 Prozent berichtet. In jüngeren Jahren bewegen sich die Angaben um 95 Prozent herum. Dabei ist allerdings in Rechnung zu stellen, dass die jüngsten Fortschritte bei Material und Verfahren in den Beobachtungsstudien noch nicht berücksichtigt werden konnten – auch die aktuellsten spiegeln also eher den Stand um das Jahr 2010 wider.

Korrelation zwischen Expertise des Operateurs und Erfolgsrate
Auch wenn die Studienlage in diesem Punkt nicht ganz einheitlich ist, so gibt es doch deutliche empirische Hinweise darauf, dass nicht allein der „Stand der Technik“ für den Erfolg einer Implantatbehandlung den Ausschlag gibt. Auch die Kompetenz des behandelnden Implantologen bildet einen wesentlichen Faktor. Das ergibt sich etwa aus Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) und aus einer 2016 erschienenen Studie (Jemt et al.).

Das ist insbesondere deshalb relevant, weil in Deutschland jeder Zahnarzt mit seiner Approbation auch die Erlaubnis erhält, implantologisch tätig zu werden – obwohl die Implantologie nicht in allen Dentalmedizin-Studiengängen eine prominente Rolle spielt. Es empfiehlt sich also, vor einer geplanten Implantatbehandlung den Operateur sorgfältig auszuwählen. Dann lässt sich die Erfolgswahrscheinlichkeit nahe an 100 Prozent heranbringen.