Zahnschmelz profitiert von vorgeburtlicher Vitamin-D-Aufnahme

Rund 400 Einheiten Vitamin D werden Schwangeren standardmäßig pro Tag empfohlen. Aus zahnmedizinischer Sicht dürfte es auch deutlich mehr sein, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Vitamin D wirkt sich insbesondere bei Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern segensreich aus: So wird die Entwicklung der Plazenta, des fötalen Gehirns und Immunsystems begünstigt, während das Risiko eines Schwangerschafts-Diabetes und einer Frühgeburt mit einem hohen Vitamin-D-Spiegel sinkt. Daher ist es medizinischer Standard, Schwangeren zusätzlich – auch unser Körper bildet das Vitamin unter Sonneneinstrahlung – eine tägliche Dosis Vitamin D zu verschreiben. Weitverbreitet ist dabei die Menge von 400 Einheiten.

In Bezug auf die Zahnentwicklung könnte diese Dosis allerdings zu gering angesetzt sein. Denn dänische Forscher von der Universität Kopenhagen haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie den Effekt einer weitaus höheren Dosierung untersucht – mit durchaus positivem Ergebnis: Zahnschmelzdefekte traten bei den im Mutterleib mit Vitamin D „gepäppelten“ Kindern im Alter von sechs Jahren nur etwa halb so häufig auf wie in einer Kontrollgruppe.

Rund jede zweite der 623 schwangeren Probandinnen hatte ab der 24. Schwangerschaftswoche über die üblichen 400 Einheiten hinaus weitere 2.400 Einheiten Vitamin D erhalten, die Kontrollgruppe dagegen ein Placebo. Auch die Zahnärzte, die den Zahnstatus der dann Sechsjährigen begutachteten, wussten ebenso wenig wie die Mütter, wer die Extraration bekommen hatte.

Potenzielle MIH-Prävention?
Den Zahnschmelz von Kindern so früh wie möglich zu stärken kann nur jeder Mutter und jedem Vater dringend empfohlen werden. Denn ein beunruhigendes Phänomen plagt Kinder und indirekt auch deren Eltern seit einigen Jahren mehr und mehr: sogenannte „Kreidezähne“. Aus bisher ungeklärter Ursache kommt es bei vielen Kindern zu einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), in deren Zuge der Zahnschmelz zunächst Flecken zeigt und dann oftmals porös wird. Für die Kinder ist MIH häufig mit einer enormen Schmerzbelastung verbunden.

Eine hohe Vitamin-D-Aufnahme in der Schwangerschaft könnte möglicherweise zu widerstandsfähigeren Zähnen der Kinder führen und MIH verhindern oder zumindest lindern. Bis man darüber gesicherte Aussagen tätigen kann, sind jedoch noch ausgiebige weitere Forschungen nötig.